Anonymität im Web mit Tor

by fh on 15. April 2009

Immer wieder kommen Gesetze oder deren Entwürfe zum Vorschein, die die Anonymität der Nutzer im Internet beeinflussen und einschränken. Eine Stimme, die dagegen anzukommen versucht, ist das Tor-Projekt. Tor ist eine Anonymisierungssoftware, die den Nutzer nicht nur beim Surfen anonym machen soll. Es lassen sich praktisch alle Programme anonymisieren, die http- oder Socks4/5-Proxies unterstützen. Dazu zählen beispielsweise viele Instant-Messenger wie Miranda oder Programme zum Fernsteuern anderer Rechner wie VNC.

screenshot-win32-vidaliaDabei stellt Tor nicht nur irgendeinen Server bereit, über den alle Kommunikationen abgewickelt werden, sondern jeder, der sich Tor installiert, kann einen solchen Server betreiben. Selbstverständlich lässt sich dies auch abstellen, wodurch man nur ein Nutzer des Tor-Netzes, aber kein Teil des Netzes ist. Datenpakete werden dabei in beiden Fällen über mindestens 3 zufällig ausgewählte Mittelsmänner gesendet, bevor sie ankommen. So kann der Sender den Empfänger nicht ermitteln und umgekehrt. Die Kommunikation zwischen den Stationen wird verschlüsselt, wodurch Mittelsmänner ebenso nicht erkennen können, was sie übertragen. Die Software des Torprojektes, welche die Tor-Routersoftware, die Konfigurations-Software Vidalia, den Tor-Proxy Privoxy und ein Plugin für Firefox beinhaltet, lässt sich leicht installieren und ist nach der Installation direkt lauffähig. Dadurch haben es sich schon sehr viele User installiert und so konnte neben I2P eins der größten Anonymisierungs-Netze der Welt entstehen.

Tor hat bietet so zwar einen hohen Grad an Sicherheit vor Rückverfolgung, doch hat es auch einen Nachteil. Der Datentransfer über das Netzwerk ist vergleichsweise sehr langsam und erinnert an Modem-Zeiten. Man sollte also ein wenig Geduld mitbringen, wenn man mit Tor surfen möchte.

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